Fingerprint Tracking – was ist das?
Die Frage ist durchaus berechtigt. Denn es scheint durchaus unterschiedliche Auffassungen zu geben, was darunter zu verstehen ist.
Geprägt wurde der Begriff im letzten Jahr vor allem durch adcatch. Das neuartige und lt. adcatch aufwändig entwickelte Tracking-Verfahren sollte hier das klassische Cookie-Tracking komplett ersetzen. Zur Funktionsweise ist dazu bei AdCatch zu lesen:
Das adcatch Tracking-System erstellt eine einmalige Fingerprint-ID für jeden Besucher. Diese ID wird durch einen Hash-Wert aus seinen Systemdaten generiert und in der adcatch Datenbank gespeichert. Sie enthält keinerlei persönliche Daten. Dadurch wird ein Lifetime-Tracking sogar dann ermöglicht, wenn der Besucher keine Cookies akzeptiert. Der “digitale Fingerabdruck” ist also eine anonymisierte ID für einen Rechner, die es ermöglicht, den Rechner wieder zu erkennen. Diese ID beinhaltet Daten wie Einwahlknoten-ID, Browser-Version oder Plug-Ins. Das Tracking erfolgt anhand dieses “digitalen Fingerabdrucks” und ist somit zuuverlässiger als ein Cookie basiertes Tracking, da hier auch die Besucher getracked werden, die keine Cookies akzeptieren.
An der Zuverlässigkeit des Trackings möchte ich jetzt mal nicht zweifeln – das müsste man schon testen. Das größte Problem dabei ist aber wohl, dass diese Systemparameter offensichtlich über ein JavaScript ausgelesen werden, mit dem auch die Werbemittel platziert werden. D.h. als Affiliate wird man hier jeglicher Gestaltungsmöglichkeit (v.a. in Bezug auf Textlinks) beraubt.
Abgesehen von dieser Unzugänglichkeit – für die sich aber sicher auch eine Lösung finden lässt – finde ich diesen Lösungs-Ansatz in Bezug auf´s Tracking durchaus interessant.
Wirklich überrascht war ich dann allerdings, als ich gestern mehr oder weniger zufällig darauf gestoßen bin, dass auch AdButler und Zanox mittlerweile ein Fingerprint-Tracking anbieten – beide wohl schon seit einigen Monaten. Das dürfte aber wohl in erster Linie dazu dienen, dem neuen Mitbewerber etwas den Wind (den es ja eigentlich ohnehin nie gegeben hat) aus den Segeln zu nehmen. Denn mit dem Fingerprint-Tracking von adcatch dürfte das de facto herzlich wenig zu tun haben.
Bei AdButler bekommt man in diesem Dokument auf Seite 4 schon einen kleinen Einblick, worum es da eigentlich geht. Eine Nachfrage bei einem AdButler Mitarbeiter hat folgendes ergeben:
Unser Fingerprint setzt sich im wesentlichen aus einem MD5-Hash der Unix-Microtime zusammen. Zusätzlich werden (durch Pipe-Symbol getrennt) noch weitere Informationen angehängt, bzw. vorangestellt. Das wären die ID der Kampagne, die ID des Affiliates, die Klickzeit sowie die Art der Kampagne (ebenfalls eine ID, die beschreibt ob es sich um eine Lead-, Sale-, Klick-Kampagne oder einer Kombination daraus handelt).
Dieser Fingerprint wird beim Aufruf der Merchant-Seite von diesem gespeichert und am Ende der Bestellung ausgelesen. Ich musste dann mehrfach nachfragen (an dieser Stelle nochmal vielen Dank an den hilfreichen Kollegen von AdButler!), bis mir klar wurde, dass es sich hierbei also lediglich um ein zusätzliches Session-Tracking handelt, dass so natürlich keinen Ersatz zum klassischen Cookie-Tracking darstellen kann. Als zusätzliches Tracking bietet das natürlich durchaus seine Vorteile – mit dem von adcatch geprägten Begriff des Fingerprint-Tracking hat es aber eigentlich nichts zu tun.
Zum Fingerprint-Tracking von zanox konnte ich auf die Schnelle keine näheren Infos bekommen. Aber ich wette meine Umsätze bei zanox und AdButler darauf, dass es sich auch hier lediglich um Session-Tracking handelt. Sollte ich diesbezüglich noch nähere Infos bekommen, werde ich diese natürlich noch nachtragen.
Update: Da hätte ich mein Maul wohl nicht so weit aufreißen sollen. Mittlerweile wurde ich von einer zanox-Mitarbeiterin netterweise informiert, dass der Fingerprint von zanox aus “IP-Adresse, Browser- und Konfigurationsdaten des Computers” generiert wird. Diese Methode gewährleiste “eine korrekte Zuordnung auch ohne Cookies und Session-Tracking”.
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Am 9. März 2007 um 14:28 Uhr
AdCatch stellt den Dienst ein!…
Gerade bei Ayom gelesen
Liebe Publisher, nach einem halben Jahr Live-Betrieb unserer Affiliate-Plattform adcatch, müssen wir Ihnen heute mitteilen, dass wir uns dazu entschlossen haben, adcatch in der jetzigen Form zunächst einzustellen. In d…
Am 12. März 2007 um 16:38 Uhr
Hallo,
ich habe den Beitrag zur Fingerprint-Technik aufmerksam gelesen und habe Anmerkungen dazu. Bei adbutler wird nach dem Klick auf ein Werbemittel generell ein Fingerprint erzeugt und in der Datenbank gespeichert. Das ist aber keine Neuerung, die erst seit wenigen Monaten im Einsatz ist – das war schon immer so. Beim Tracking geht es generell darum, diesen Fingerprint zu einem späteren Zeitpunkt wiederzuerkennen und dem Affiliate zuzuordnen, durch dessen Werbemittel der Fingerprint erzeugt worden ist. Dies geschieht dadurch, das
- der Fingerprint in einem Cookie auf dem Rechner des Users gepeichert wird
- der Fingerprint zusätzlich in einer von adbutler gestarteten Session gespeichert wird
- der Fingerprint als GET-Parameter an den Merchant übergeben wird, der diesen wieder an uns zurück liefert
Letzteres ist somit kein zusätzliches Session-Tracking sondern eine Variante, die tatsächlich ohne Cookies auskommt.
Bei einem eindeutigen Fingerprint ist es eher nebensächlich wie dieser ursprünglich entstanden ist. Insofern erweckt das adcatch-Zitat den Eindruck, als würde ein User mehr als eindeutig dadurch erkannt werden, das der erzeugte Fingerprint aus dessen Systemparametern abgeleitet wird. Ein Hash-Wert ist seiner Natur nach eine Einbahnstraße und kann nur mit exakt den gleichen Anfangsbedingungen ein weiteres Mal generiert werden. Ein anderer Browser, eine andere Auflösung, eine andere Einwahl oder ein entferntes Plugin genügen somit um einen völlig anderen Fingerprint zu erzeugen. Der “digitale Fingerabdruck” reduziert sich damit auf einen eindeutigen Hash-Wert, der – auf beliebige Weise erzeugt – wiedererkannt werden muß und das geschieht bei adbutler wie weiter oben im Text beschrieben wurde …
Viele Grüße
Peter Raetz
Am 15. März 2007 um 15:37 Uhr
Hallo Herr Raetz,
Danke fuer Ihre zusaetzlichen Erlaeuterungen.
>Ein anderer Browser, eine andere Auflösung, eine andere Einwahl oder ein entferntes Plugin genügen somit um einen völlig anderen Fingerprint zu erzeugen.
Ja klar, als standalone-tracking wie es scheinbar bei adcatch verwendet wurde, ist das natuerlich nicht zu gebrauchen.
Am 27. April 2007 um 19:11 Uhr
Fingerprint-Tracking…
Erklärung
Im vorigen Artikel über das Cookie-Tracking habe ich erläutert, warum diese Tracking-Methode nicht immer sicher ist. Das sogenannte Fingerprint-Tracking versucht diese Defizite zu reduzieren. Es versucht nicht mehr auf dem Re…
Am 18. Juni 2007 um 13:50 Uhr
[...] Funktionsweise hatte mir Frau Krauße ja schon davor als Richtigstellung zu einem frühren Beitrag ein bisschen was verraten: der Fingerprint von zanox wird aus “IP-Adresse, Browser- und [...]
Am 30. August 2008 um 23:18 Uhr
[...] einige Arbeit bei den Netzwerken anstehen, auch wenn einige es ja schon seit geraumer Zeit z.B. mit Fingerprint Tracking [...]
Am 11. September 2008 um 09:34 Uhr
[...] des Browsers auslesen oder löschen. Eine anderen Lösung ist die Zuordnung eines „Fingerprint“, der ebenfalls schon jetzt von diversen Anwendungen genutzt wird. Mit der [...]