Blogs, Vornamen & Google Bomb Filter: das Ergebnis

16. Juli 2007

Nachdem ich bei Gerald kürzlich ein Beispiel  für die automatisierte Entschärfung einer Google Bomb gefunden habe, unterbreche meine Sommerpause mal kurz, für die Analyse meines kleinen Vornamen-Tests.

Das Ergebnis gleich mal vorweg: nachdem mein Vorname jetzt wieder auf der Startseite aufscheint, ist der Blog mit der Startseite bei Google.at auf Platz 3 zu finden (zur Erinnerung: davor auf Platz 25 mit einem Beitrag, in dem der Name im Trackback-Text aufscheint).  Also das erwartete Ergebnis und ein weiteres Beispiel für die automatisierte Erkennung einer Google Bomb.

Falls es jemand kontrolliert, bitte nicht von meinem Namen im Suchergebnis-Link täuschen lassen. Der kommt aus dem ODP – im title ist mein Name nicht angeführt. Ich frage mich ohnehin, warum der Blog im ODP mit meinem Namen verlinkt ist. Das ist sonst bei den wenigsten Blogs in dieser Rubrik der Fall. Und ich lege eigentlich auch nicht wirklich wert drauf…

Das wirklich Interessante kommt aber erst

Den (zumindest für mich) interessanteren Aspekt dieses Tests findet man aber, wenn man auf Google.de nach dem Vornamen sucht. Dort erscheint mein Blog nämlich grade mal auf Platz 504. Das .at-Domains bei Google.at einen Vorteil haben, ist ja nix neues. Aber so krass hab ich das bisher noch nicht gesehen. Es dürfte also keinen Einfluss haben, dass die eingehenden Links fast ausschließlich von .de-Seiten kommen. Vermutlich sind aber die vielen deutschen Seiten, die auf Google.de vor meinem Blog zu finden sind, bei Google.at deshalb so viel schwächer, weil sie keine eingehenden Links von .at-Domains haben (vergleiche dazu Mario´s neueste Erkenntnis).

Mein Fazit: für .de-Domains scheint also der “Länderbonus” nicht nur für die Suchergebnisse bei Google.de selbst, sondern auch für die Verlinkung ausgeschaltet zu sein.

Und was lernen wir daraus? Möglichst viele Links von .at- und.ch-Domains sammeln. Damit ist man dort gut gelistet und für Google.de dürfte es kein Nachteil sein.

Sommerpause

9. Juli 2007

Da ich mich in den nächsten Wochen etwas intensiver diversen Projekten widmen möchte, habe ich mich entschlossen, hier im Blog eine kleine Sommerpause einzulegen. Bis Ende August wird es hier also erstmal recht ruhig werden. Wenn mir was unter den Nägeln brennt, werde ich auch in dieser Zeit mitunter darüber berichten.

Ansonsten wünsche ich allen Lesern erstmal einen schönen Sommer!

Blogs, Vornamen und der Google Bomb Filter

6. Juli 2007

Gratuliere! Henning hat es in die Top10 geschafft! Ich war mal mit diesem Blog unter Markus bei Google.at auf Platz 5. Damals schien wohl auch mein Name in irgendeinem Beitrag auf der Startseite auf. Mittlerweile bin ich auf Platz 25. Und zwar mit einem Beitrag, in dem mein Vorname in einem Trackback aufscheint.

Sieht doch danach aus, als hätte der Google Bomb Filter hier zugeschlagen. OK – viele bezweifeln wohl dessen Existenz. Ich denke aber schon, dass es den gibt – schon alleine weil es technisch ja recht simpel ist. Wird häufig mit einem Begriff auf eine Seite gelinkt, die diesen Begriff nicht enthält, wird die Seite für diese Begriff nicht geranked. Und wie das halt bei allen Ranking-Faktoren und Filtern der Fall ist, bestätigen Ausnahmen die Regel.

Wie auch immer. Jedenfalls möchte ich einfach mal sehen, was aus dem Ranking wird, wenn mein Vorname wieder mal auf der Startseite zu finden ist. Und zwar nur ein einziges mal im normalen Fließtext. Daher starte ich mit diesem Beitrag mein zweites Experiment in diesem Blog, nach dem iporn Post. Bei dem mir Ritchie übrigens ganz gewaltig Konkurrenz macht. Nicht nur, dass sein iporn-Beitrag deutlich besser ranked, hat er mir seinen Beitrag auch gleich via Yigg und Webnews auf den Hals gehetzt. Und wenn man die Seite dann mal über Google besucht, bekommt man bei Ritchie auch schon zielgruppengerechte Anzeigen präsentiert ;)
Ob sich das schon lohnt? Ich hatte bisher 6 Besucher über dieses Keyword. Aber gut – man muss natürlich vorbereitet sein, wenn es mit dem Boom losgeht…

Die OTTO-Affäre

6. Juli 2007

Der Wirbel um Snapfish ist noch garnicht so richtig abgeflaut, da ging das selbe Spielchen mit OTTO los. Es wurden mehrere Gutscheine kombiniert, und mit dem Hinweis “für 20 EUR kostenlos bei Otto einkaufen” beworben. Naja. AGB hin oder her – dass das Probleme gibt, ist auf jeden Fall vorhersehbar. Es wurde zwar vorher nachgefragt, aber aus dem Text schließe ich mal, dass nur nach der Verwendung von Gutscheinen ganz allgemein gefragt wurde. Angefragt wurde auch nicht direkt beim Merchant bzw. bei der Agentur – was in solchen Fällen wohl naheliegender und sinnvoller wäre – sondern bei affilinet. Die Antwort von affilinet bezog sich lediglich auf die Programmbedingungen, in welchen nichts über Gutscheine zu finden war. Hier muss man dann aber auch ganz klar dem Support einen Vorwurf machen. Einmal kurz beim Merchant nachzufragen, um dann auch eine Antwort geben zu können, die Hand und Fuß hat, sollte doch kein allzu großes Problem sein.

Und natürlich ist auch OTTO alles andere als schuldlos an dieser Situation. Wenn es im Shop-System möglich ist, drei Gutscheine auf einmal ohne Mindestbestellwert einzulösen, darf man sich nicht wundern, wenn sich auch Leute finden, die davon Gebrauch machen.

Das beste kommt aber erst:

Die Sache war wohl ein Reinfall …

Naja, nicht so ganz. Denn vor knapp 2 Wochen erhielten dann alle Kunden, die an dieser Aktion teilgenommen haben, von Otto einen Brief. In diesem stand, dass Otto ihnen fuer den besonderen Spuersinn, den sie mit dieser Aktion bewiesen hatten, 25.95 EUR aufs Kundenkonto gutschreibt und nochmals fuer ihre Intelligenz lobte. Ende gut …

… gar nichts gut. Mir wurde naemlich von Otto mitgeteilt, dass mein Traffic unter aller Sau war und die Kunden zu nichts zu gebrauchen seien. Deshalb auch keine Provision fuer mich.

Nach kurzer Zeit kommt man dann auf die Idee, dass man den dummen Affiliate ja mal abrippen und sich die Neukunden trotzdem schnappen koennte.

Ja, also das ist dann halt auch nicht die feine englische Art. Was wäre also eine faire Lösung gewesen? Ich nehme mal an, dass für diese Transaktionen auch eine Sale-Provision erfasst wurde. Die zu stornieren wäre wohl auf jeden Fall angemessen (zumindest bei jenen Kundne, die wirklich unter 20 Euro bestellt haben) – schließlich wurde ja nichts gekauft. Aber auch die Neukunden-Provisionen zur Gänze zu stornieren, ist dann doch etwas heftig. Denn so ganz wertlos scheinen die Neukunden für OTTO ja nicht zu sein.

Eines muss ich aber noch loswerden:

…denn gegen Gutscheine scheinen sie ja nichts zu haben. Immerhin wurde meine Bewerbung mit meiner Gutscheinseite von Otto bei Affili.net freigeschaltet. Auch Coupons4u und andere Seiten haben zur Zeit Otto-Gutscheine im Angebot.

Shops geben Gutscheine aus, um Neukunden einen Rabatt zu gewähren. Dass o.g. Aktion über dieses Ziel hinausschießt, und daher vom Merchant wohl kaum so gewollt sein kann, sollte man aber doch erkennen können. Ich hoffe nur, dass OTTO so schlau ist, solche Aktionen für die Zukunft ganz einfach technisch zu unterbinden, anstatt jetzt alle Gutschein-Affiliates rauszuschmeißen.

via Ranking Konzept

Die Cookie Lüge – Reloaded

2. Juli 2007

Als einen der ersten Beiträge in diesem Blog hatte ich einen Artikel mit dem Titel Die Cookie Lüge verfasst. Aus aktuellem Anlass und weil den Blog zum damaligen Zeitpunkt noch niemand kannte, möchte ich diesen Artikel wieder kurz in Erinnerung rufen.

Zunächst die Funktionsweise kurz erklärt (aus dem alten Artikel kopiert):

Die URL des Merchants wird über den Affiliate-Link mit einem bestimmten Parameter aufgerufen. Nur wenn das der Fall ist, wird am Ende des Bestellvorgangs auch der Trackingcode ausgegeben, der das Cookie ausliest und das Tracking auslöst. Die Folge: Wenn ein Besucher ein paar Tage (oder auch Minuten) später den Shop direkt über dessen URL aufruft, wird der Trackingcode am ende des Bestellvorgangs nicht ausgegeben und es gibt kein Tracking und folglich auch keine Provision für den Affiliate.

Warum ich hier von Cookie-Lüge spreche? Weil dennoch oftmals von einer Cookie-Laufzeit von x Tagen die Rede ist, obwohl nur innerhalb der Session getracked wird. Nun ist die Cookie-Laufzeit ja prinzipiell zwar richtig. Der Cookie ist ja tatsächlich so lange gültig. Nur wird halt trotz gültigem Cookie außerhalb der Session nicht getracked.

Der aktuelle Anlass ist jener, dass affilinet seit letzter Woche bei den Partnerprogrammen die Cookie-Laufzeit anzeigt. Prinzipiell ist das ja sehr löblich. Wenn aber bei Partnerprogrammen wie OTTO oder Tchibo, die bekannterweise mit oben beschriebender Methode nur innerhalb der Session tracken, eine Cookie-Laufzeit von 30 Tagen ohne weitere Info angegeben wird, kann das nicht im Sinne des Affiliates sein. Ganz im Gegenteil. Hier werden die Affiliates – bewusst oder unbewusst – in die Irre geführt.

Prinzipiell habe ich ein gewisses Verständnis für diese Art des Trackings. Es bringt doch eine ganze Reihe von Vorteilen für den Merchant. Wofür ich aber absolut kein Verständnis habe ist, dass dieses Tracking an keiner Stelle und bei keinem Netzwerk offen kommuniziert wird. Die neueren Netzwerke sind doch immer auf der Suche nach USPs, um sich von den alt-eingesessenen abzuheben. Bitteschön, hier hättet ihr einen ;)

Übrigens, damit ich nicht falsch verstanden werde: mein Bedürfnis über diese Art des Trackings informiert zu werden, hat durchaus einen tieferen Grund. Denn dadurch wird bei Deeplinks oftmals das Tracking ausgeschaltet. Ich glaube, ich möchte lieber garnicht wissen, wieviele Provisionen ich dadurch schon verloren habe. Schließlich habe ich lange Zeit garnichts von dieser Problematik gewusst. Woher auch. Sagt einem ja niemand.

Mit guten Beispiel geht hier übrigens Superclix voran. Hier wird diese Art des Trackings nicht toleriert. OK, für die anderen Netzwerke ist das wohl keine Option. Dazu sind die Partnerprogramme, die das einsetzen, zu wichtig. Aber wie gesagt: es würde ja reichen, wenn es in irgendeiner Form kommuniziert wird.

Update: Janett Krauße hat mich netterweise darüber aufgeklärt, dass die Angaben bei zanox auch wirklich dem tatsächlichen Tracking entsprechen. Es gibt zwar das eine oder andere Partnerprogramm, wo ich mir nicht so ganz sicher bin, ob das tatsächlich auch so stimmt. Aber zumindest bei den oben genannten Partnerprogrammen von OTTO und Tchibo sind die Angaben – im Gegensatz zu affilinet – auf jeden Fall korrekt. Die Deeplink-Problematik fällt bei zanox ohnehin weg, da es hier nicht die Möglichkeit gibt, Deeplinks mittels URL-Parameter zu erstellen.

Update II: Im Forum von 100partnerprogramme.de habe ich Dr. Martin Bahr mal gebeten, die rechtliche Seite dieser Situation zu beleuchten. Seine Antwort:

1. Ob ein solches Handeln rechtmäßig oder rechtswidrig ist, wird man nur im konkreten Einzelfall beurteilen können. Ob nämlich die vom Merchant gewählte Formulierung irreführend ist oder nicht. Wenn – aus der Sicht eines neutralen Dritten – die Geschäftsbedingungen den Eindruck erwecken, es werde 30 Tage lang getracked, in Wahrheit geschieht das aber nur innerhalb der Session, ist das klar rechtswidrig.

2. Ob das in den von Ihnen zitierten Beispielen der Fall ist, kann ich daher nicht sagen. Dazu müsste man sich detailiert die AGBs durchlesen.

3. Der Affiliate hat natürlich ein Recht, umfassend informiert zu werden, denn dieser Punkt hat ja maßgeblichen Einfluss auf Art und Umfang seiner Provision.

4. Wer Anspruchsgegner in einem solchen Fall, richtet sich nach dem jeweiligen Vertragsverhältnis, vgl. den Aufsatz “Vertragsverhältnisse zwischen Affiliate, Merchant und Affiliate-Netzwerk”

Affiliate Stammtisch Review

2. Juli 2007

So, nachdem ich nach vier Tagen Schlafentzug den Sonntag in einem Koma-ähnlichen Zustand verbracht habe, kehren die Lebensgeister schön langsam zurück. Ich bitte um Nachsehen, dass mein Bericht vom Nürnberger Affiliate Stammtisch mit etwas Verspätung kommt.

Also erstmal ein ganz großes Dankeschön und Kompliment an Karsten. Super Location, super Organisation, alles wunderbar. Kleine Punkt-Abzüge gibt´s für die Deutschland-Karte. Als Randgruppe fühlte ich mich da doch etwas ausgeschlossen… ;)

Ich hab grade mal nachgesehen – ich hab es doch tatsächlich geschafft, mich mit allen auf meiner Gesprächsliste angeführten Leuten zu unterhalten, die anwesend waren. Diese wurde durch einige Absagen aber doch etwas gekürzt. An dieser Stelle gleich mal ein nachträgliches “Happy Birthday” an Nicole – ich hoffe das angedrohte Geburtstags-Ständchen war nicht der ausschlaggebende Grund für dein Nicht-Erscheinen. Und natürlich gute Besserung an Mika, der leider kurzfristig absagen musste.

Wie das halt so ist bei solchen Treffen, gibt es natürlich immer ein paar Leute, die man verpasst. Dafür ergeben sich immer wieder mal ganz zufällige Gespräche, die interessante Informationen und Ideen hervorbringen. Ich möchte es euch jetzt ersparen, alle Gesprächspartner aufzulisten.

Auf jeden Fall kurz hervorheben möchte ich aber Sascha, mit dem ich mich endlich mal persönlich unterhalten konnte. Als Affiliate kann man sich Merchants mit so viel Engagement und Know How nur wünschen. Hab bitte etwas Gedult mit unserem Projekt. Ich muss mich wie gesagt in den nächsten Wochen etwas neu organisieren.
Selbiges gilt übrigens auch Mr. Affilinator Frank, mit dem ich mich auch sehr nett unterhalten habe. Vor allem war es interessant die Diskussionen über brauchbare XML-Schnittstellen mit Vertretern “diverser Netzwerke” zu verfolgen. ;)

Und Prof. Dr. Dr. Henning muss natürlich auch erwähnt werden – ich hoffe dir geht´s mittlerweile auch wieder besser.

Karsten kündigte an diesem Abend auch den Start von affiliate-people.de an, der am Tag darauf dann wohl auch wie geplant stattfand. Die Community soll zum Austasch innerhalb der Affili-Branche dienen. Viel Glück! (muss mich dann auch noch anmelden…)

An dem Abend musste sich auch jeder ein einem kurzen Video vorstellen. Zumindest habe ich es nicht geschafft, mich davor zu drücken – einige andere waren da wohl erfolgreicher. Auf affiliate-people.de kann man nun über das originellste Video abstimmen, dessen Hauptdarsteller dann eine Kreuzfahrt bekommt. Eigentlich etwas ungerecht, denn Affiliates haben hier im Vergleich zu Agenturen oder Netzwerken einen klaren Vorteil: sie brauchen nicht wirklich Wert auf seriöses Auftreten zu legen.
Ich weiß noch nicht so genau, für welches Video ich stimmen werden. Ich würde mich ja gerne bei Montessori- und MFA-Affiliate ;) Henning revanchieren. Aber, lieber Henning, dein österreichisch ist einfach so grottenschlecht, dass ich mir das noch gut überlegen muss. Beim nächsten Zusammentreffen bekommst du mal einen kleinen Crashkurs in meiner Landessprache.

In den frühen Morgenstunden hat es mich mit Günther und einigen anderen noch in ein äußerst “gemütliches” Nürnberger Überbleiber-Beisl (klärt mich mal auf, wie man in D dazu sagt) verschlagen. So gegen halb 5 ging´s dann mit dem Taxi in´s Hotel. Der Taxler brauchte glaub ich net mal in den zweiten Gang zu schalten. Denn das Hotel war direkt um die Ecke. Sorry Günther, du hattest recht. Sind halt doch nicht alle so orientierungslos wie ich.

Am nächsten Tag stattete ich dann gemeinsam mit Günther Webgains dann noch einen Besuch ab. Die hatten ja schon am Vortag geladen, aber da mein Flug erst am Abend ankam, durfte ich am Freitag noch vorbeikommen. Danke an Nils und Andreas für den netten Empfang!

Ich werde dann in nächster Zeit mal etwas über Webgains schreiben. Das Netzwerk hat bei genauerem Hinsehen doch einiges zu bieten, was man bei anderen Netzwerken z.T. vergeblich sucht. Auch wenn es ein bisschen nervt, sich in ein weiteres Netzwk einzuarbeiten. Bei Webgains werde ich das mit Sicherheit nicht bereuen.

OK, das war´s dann für´s erste. Bis zum nächsten Stammtisch!

PS: fast vergessen: Rückblicke zum Stammtisch gibt´s auch bei Karsten, Henning, Sascha, Günther, Frank und Manuel, den ich leider verpasst hab.

Die Snapfish Affäre

25. Juni 2007

Heute hab ich es mal geschafft, den Thread zum Fall Snapfish komplett zu lesen. Normalerweise meide ich ja Threads die im affiliate.de-Forum über mehr als 2 Seiten gehen. Weil man mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass hier irgendwelche Kleinkriege ausgetragen werden. Wobei nicht nur ein angemessener Ton und der gesunde Menschenverstand, sondern oft auch der Bezug zum Thema völlig auf der Strecke bleibt. So auch hier. In diesem Fall ist aber die Grundproblematik nicht uninteressant. Daher möchte ich jenen, die solche Threads ansonsten ebenso meiden, den ganzen Fall hier kurz vorstellen und kommentieren.

Was ist passiert?

Das Partnerprogramm Snapfish bezahlt neben einer Sale-Vergütung von 15% auch 8 Euro für jeden Neukunden. Ein Affiliate hat nun begonnen, Gratis-T-Shrits von snapfish zu bewerben. Und zwar mit Hilfe eines Gutscheincodes, der den Preis des T-Shirts übersteigt. Der Gutscheincode wurde allerdings nicht im Rahmen des Partnerprogramms zur Verfügung gestellt, sondern stammt aus einer anderen (mir unbekannten) Quelle. Man bekam also 8 Euro Provision für die Vermittlung eines kostenlosen T-Shirts. Das ganze machte dann die Runde und viele Affiliates sprangen auf den Zug auf. Einige davon generierten mit dieser “Masche” wohl ganz ordentliche Provisionen im fünfstelligen Bereich.

Da bei Snapfish die Provisionen generell automatisiert freigegeben werden, geschah das auch hier. Bis Snapfisch Wind von der Sache bekam – dann wurden alle Provisioenn bei Accounts ab einer gewissen Größenordnung storniert und später wieder auf “offen” gesetzt. Der aktuelle Stand ist nun wohl jener, dass alle Webmaster, deren Umsätze sich im Rahmen hielten ausbezahlt werden bzw. schon wurden. Bei fünfstelligen Summen sollen nun 60% storniert werden.

Die rechtliche Seite

Es gab seitens des Programmbetreibers grundsätzlich keine Einschränkung bezügl. der Verwendung von Gutscheien zum Bewerben des Partnerprogramms. In den Einschränkugen fand sich aber folgender Satz:

Provisionen gibt es für Bestellungen von Abzügen, Fotogeschenken und Fotocards mit einem Netto-Warenwert grösser 0,00 Euro.

Die Bezeichnung “Netto-Warenwert” ist hier allerdings missverständlich. Denn der Warenwert ist ja in jedem Fall größer 0,00 Euro. Durch den Gutschein vermindert sich lediglich der Rechnungsbetrag. Gemeint ist aber klarerweise nicht der Warenwert, sondern der Bestellwert. Eine Erläuterung von RA Sasch Kremer ist hier nachzulesen. Er kommt diesbezüglich zum Fazit:

Ob Zahlungsansprüche der Affiliates bestehen hängt also maßgeblich davon ob, wie man die Einschränkung auslegt: Nach dem Wortlaut oder nach dem Sinn und Zweck.

Ersteres scheint jedoch wahrscheinlicher, denn: “Sind die AGB unverständlich, muss der Verwender – hier also Snapfish – die Nachteile tragen.”

Fraglich ist aber darüber hinaus die Rechtmäßigkeit des Einsetzens des Gutscheincodes, der ja nicht im Rahmen des Partnerprogramms den Affiliates zu Werbezwecken zur Verfügung gestellt wurde.

Die moralische Seite

Eines ist klar: gewollt hat Snapfisch das in dieser Form mit Sicherheit nicht. Im Forum wurde mehrmals von “aggresiver Werbung” seitens Snapfish gesprochen. Das mag schon sein. Aber wenn man mit Gratisprodukten neue Kunden gewinnen hätte wollen, dann hätte man auch damit geworben. Auch wenn es rechtlich vielleicht OK sein sollte – hier wird der Merchant über´n Tisch gezogen. Dass dies nur aufgrund mehrerer Unachtsamkeiten des Merchants überhaupt möglich wurde, kann ich als Argument nicht gelten lassen. Mit der “Selber Schuld”-Argumentation konnte ich schon zu Dialer-Zeiten wenig anfangen. Da es hier einen Weltkonzern trifft, hält sich mein Mitleid zwar in Grenzen. Von einer fairen Partnerschaft kann man hier aber wohl kaum sprechen.

Sollen die Provisionen ausbezahlt werden?

Was man Snapfish allerdings vorwerfen muss, ist das Vorgehen nach Bekannwerden der Gratis-TShirt-Aktionen. Das Hin und Her mit den Provisionen und vor allem die ungleiche Behandlung der Partner je nach Provisionshöhe waren schon mehr als unglücklich. Snapfish wäre wohl gut beraten, die Provisionen – abgesehen von Doppelbestellungen etc. – nun auch auszuzahlen.
Eines ist klar: so ganz nutzlos war die Aktion für Snapfish auch wieder nicht. Klar ist der Anteil der auf diesem Wege gewonnenen Neukunden, die später auch einmal zu zahlenden Kunden werden, nicht allzu hoch. Klar wird man draufzahlen.
Aber wenn man Fehler macht, sollte man auch die Verantworung dafür übernehmen und das nicht zur Gänze auf jene abschieben, die die Fehler ausgenutzt haben.

Und welche Rolle spielen die Netzwerke?

Etwas unverständlich ist mir, dass affilinet von eingen Affiliates in die Kritik genommen wird. Bei zanox und adbutler dürften alle Provisionen freigegeben worden sein. Woran das liegt, kann ich nicht beurteilen – vielleicht gab es nur bei Affilinet entsprechend große Accounts? Vielleicht gibt es bei den anderen technisch keine Möglichkeit für den Merchant, bereits bestätigte Sales doch noch zu stornieren? Aber eines ist doch klar: ob Sales bestätigt oder storniert werden, entscheidet einzig und allein der Merchant. Auch affilinet verdient mit den Provisionen. Also wird man im eigenen Interesse versuchen, Snapfish dazu zu bringen, die Provisionen freizugeben. Zwar natürlich nur in einem Rahmen, der die zukünftige Zusammenarbeit nicht gleich in Frage stellt. Aber affilinet wird sicher nicht darauf hinwirken, dass die Sales storniert werden – geschweige denn sie selbst stornieren.

Was meint Ihr zu dem Fall, liebe Leser? Würdet ihr eine solche “Lücke” ausnutzen? Und würdet ihr an Stelle von Snapfish die Provisionen zahlen? Ich bitte um eure Meinung!

Affiliates, meld u nu aan!

25. Juni 2007

Gerade auf der Titelseite der aktuellen IWB gelesen: Webgains ist vor kurzem auch in den Niederlanden offiziell gestartet.

“Bereits jetzt verzeichnet webgains.nl Transaktionen im sechsstelligen Bereich”

wird da Richard Sweep, Geschäftsführer von Ad Pepper Benelux zitiert.

Aha. Und was sagt uns das? Dass in Pressemitteilungen gerne Zahlen genannten werden, die ebenso gutaussehend wie nichtssagend sind.

Was sind denn bitte “Transaktionen im sechsstelligen Bereich”? Eine sechstellige Anzahl an Transaktionen? Wohl kaum – denn das wäre tatsächlich beeindruckend. 6stellige Provisionen? Naja, vielleicht. Aber vermutlich bezieht sich die Angabe eher auf den Umsatz, der bei den Merchants gemacht wird, als auf den Provisions-Umsatz.

Nichtsdestotrotz wünsche ich webgains viel Erfolg beim Verkauf von Käse, Tulpen, Holzpantoffeln und Online Casino Anmeldungen. Letzteres könnte doch interessant sein. Hat man hier doch einen umsatzstarken Markt, der im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern ganz legal beworben werden darf. Und mit Oranje Casino hat man auch schon ein entsprechendes Partnerprogramm mit an Bord.

Na dann, meld u nu aan!

50 Euro AdWords Aktion – die Hintergründe

21. Juni 2007

DANKE!

Vorweg erstmal vielen Dank an alle, die über meine kleine Geschichte und die Aktion berichtet haben (ich hoffe, ich habe niemanden übersehen). Mit so viel Resonanz habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich hätte zwar gehofft, dass mit den Erfahrungen mit dem AdWords-Support nicht ganz so zurückhaltend umgegangen wird – aber das kann ich verstehen. Man beißt halt nicht gerne in die Hand, die einen füttert.

Was ich mit der Aktion erreichen wollte – oder auch nicht

Gelegentlich kam die Frage nach dem Sinn dieser Aktion auf, die ich mit diesem Posting beantworten möchte. Um ganz ehrlich zu sein: als ich die Aktion startete, wusste ich auch nicht so ganz genau was ich damit erreichen kann oder möchte. Denn eines schien von vornherein klar: mein Account wird auf diesem Wege nicht wieder aktiviert. Denn das würde bedeuten, dass Google quasi öffentlich einen Rückzieher macht – und das konnte ich beim besten Willen nicht erwarten.

Aber ich hatte nichts zu verlieren – man hat mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich mich nicht mehr an den Support wenden solle. Und ich wollte es auf keinen Fall einfach so auf sich beruhen lassen. Ich wollte auf jeden Fall irgend etwas unternehmen. Und die Aktion ist das, was nach lurzer Überlegung dabei rausgekommen ist. Was besseres ist mir einfach nicht eingefallen.

Neue Kontakte und ein Vorschlag an Google

Nach kurzer Zeit zeigte sich allerdings, dass sich die Aktion auf jeden Fall gelohnt hat. Und damit meine ich nicht die vielen Backlinks (es wurden ja z.T. auch Linkbait-Absichten vermutet) – zumindest nicht direkt. Zum einen brachte die Aktion sehr viele neue Kontakte und einen angeregten Informations- und Erfahrungsaustausch. Zum anderen stellte die große Resonanz sicher, dass die Googler die Aktion mitbekommen haben. Und vielleicht liest jemand von Google ja vielleicht sogar dieses Posting. Das hoffe ich zumindest. Denn ich hätte da einen Vorschlag: Ich werde morgen bei AdWords ein neues Konto anlegen. Wenn ihr das einfach stillschweigend akzeptiert, braucht ihr keinen Rückzieher zu machen, ich habe meinen Account wieder und alle sind glücklich.

Wetten, ob dieses Angebot angenommen wird, werden über die Kommentare gerne entgegen genommen ;)

P.S: nur damit mich nicht gleich alle für Größenwahnsinnig halten, Google hier einfach mal Vorschläge zu machen: mir ist durchaus bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit nicht besonders groß ist, dass das klappt. Aber was soll´s, ich versuch es halt.

Die Abhängigkeit von Google

20. Juni 2007

Jaja, davon kann ich ein Liedchen singen :D

Aktuell gibt es diesbezüglich einen nicht ganz uninteressanten Versuch von Jennifer Laycock, sich von der Suchmaschinen-Abhängigkeit zu lösen. Auf Ihrer Bento Yum Seite hat sie daher die Bots aller großen Suchmaschinen ausgesperrt. Die Seite soll wohl vor allem über Communities und diverse Web 2.0-Plattformen zu Besuchern kommen.

Meine Meinung dazu: bei einer kommerziellen Seite glaube ich eher nicht, dass das langfristig funktioniert. Der SMO-Effekt ist imo doch ein recht kurzfristiger, wenn man die “Nachwirkungen” in den Suchmaschinen vernachlässigt. Eher erfolgsversprechend wäre aus meiner Sicht die Variante, Anzeigen auf themenrelevanten Seiten einzukaufen. Aber der Test beinhaltet wohl auch das Vorhaben, das ganze ohne Werbebudget zu schaffen (auch wenn es in dem Artikel nicht explizit erwähnt wird).

Sehr wohl funktionieren könnte das mit Community-Sites. Oder auch mit kommerziellen Seiten, die eine hohe Wiederkaufs-Rate (dafür gibt´s sicher einen anglizistischen Fachausdruck, den ich leider nicht kenne) haben und zum Großteil von Stammkundschaft leben können. Also bei Seiten, die sich durch die SMO-Aktionen eine ausreichend große Stammuserschaft aufbauen können.

Aber auch wenn ich eher skeptisch bin, wünsche ich viel Glück und gutes Gelingen. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

via Selbständig im Netz