Plattform gegen Betrug an Affiliates?
Man liest es immer wieder in Foren, manchmal auch in Blogs. Und zuletzt hatte der sonst recht zurückhaltend bloggende Affiliateboy Markus Kellermann über einen Fall berichtet. Sales werden nicht erfasst, oder grundlos storniert. Als Affiliate hat man praktisch keine Möglichkeit dahinter zu kommen. Fällt es einmal auf, weil man vielleicht selbst etwas bestellt, oder einen Testkauf durchführt, wird auf Anfrage von “technischen Problemen” gesprochen und der Sale nachträglich gutgeschrieben. Wieviele andere Sales aufgrund dieser “technischen Probleme” verloren gehen oder irrtümlich (?) storniert werden, weiß niemand.
Betrügereien ist so Tür und Tor geöffnet. Denn technisch ist es kein allzu großes Problem, den Trackingcode halt bei jedem x-ten Sale nicht auszugeben. Und Sales ungerechtfertigt zu stornieren sollte wohl auch jeder hinbekommen. Und das schlimmste: da es für den Betrogenen (das ist in erster Linie der Affiliate) außer in Einzelfällen keine Möglichkeit gibt, dahinter zu kommen, drohen auch keine Konsequenzen.
Im Forum von affiliate.de wurde der Vorschlag einer “Blacklist” gemacht, was in der Form rechtlich natürlich nicht möglich ist. Auch bei Abakus gibt es schon seit längerer Zeit einen Thread zu dem Thema. In beiden Threads wurde auch sehr viel Unsinn geschrieben (was ja für beide Foren auch nicht ganz untypisch ist). Aber die Überlegung, wie man sich als Affiliate gegen solche Betrügeren schützen bzw. sich dagegen wehren und diese Aufdecken kann, schwirrt mir auch schon lange Zeit durch den Kopf.
Meine Idee wäre eine Plattform, über die man Test-Transaktionen, bzw. Eigenbestellungen, bzw. Transaktionen, die unter eigener Aufsicht passiert sind dokumentieren kann. Und zwar möglichst detailliert. Ohne Jura studiert zu haben, traue ich mich doch zu behaupten, dass das rechtlich nicht kritisch sein sollte, so lange man bei den Fakten bleibt. Diese Dokumentationen können auch ohne weiters anonymisiert sein. Wichtig wäre allerdings, dass die Identität der Verfasser gegenüber dem Betreiber der Plattform verifiziert wird, um Missbrauch vorzubeugen. Denn so haben ungerechtfertigt beschuldigte Merchants auch die Möglichkeit, gegen ev. Verleumdungen vorzugehen.
Es stellt sich natürlich die Frage, wer sowas auf die Beine stellen, bzw. betreiben soll. Ich selbst habe leider nicht die technischen und zeitlichen Ressourcen, das zu tun. Ich wäre aber bereit, eine solche Initiative finanziell zu unterstützen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass auch Affiliate-Netzwerke dafür als Sponosoren gewonnen werden könnten. Auch diese haben schließlich ein elementares Interesse daran, dass keine Sales verloren gehen. Denn auch die Netzwerke verdienen an jedem Sale mit. In vielen Fällen ist das sogar die einzige Einnahmensquelle.
Es gibt doch sehr viele, die an der Umsetzung einer solchen Plattform Interesse haben sollten. Da wird sich doch jemand finden können, der das auch umsetzen kann? Vielleicht hätte Karsten ja Lust, sowas anzugehen? Das ganze wäre z.B. sicher auch als Teil von affiliate-people.de denkbar.
Was meint ihr dazu, liebe Leser? Was haltet ihr von der Idee?
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Am 18. September 2007 um 11:06 Uhr
Das etwas gegen eine “betrügerische” oder freundlicher ausgedrückt: “technisch nicht korrekte” Abrechnung von Leads und Sales unternommen werden muss, ist ganz klar. Auch wir mussten bei einigen Merchants feststellen, dass diese monatelang an die 100% der Sales nachträglich stornieren – obwohl uns bekannt ist, dass dies nicht der Wahrheit entspricht.
Optimal wäre sicherlich eine Plattform für Testbestellungen, wie oben beschrieben. Diese sollte dann am besten von den Netzwerken zusammen, aber als unabhängige Einrichtung auf die Beine gestellt werden, so dass zwar Merchants und Affiliates verschiedene Sichten auf die gesammelten Daten erhalten, jedoch keiner etwas zu seinen Gunsten verändern kann.
Am 18. September 2007 um 15:08 Uhr
Auf den ersten Blick eine gute Idee und ein lobenswertes Thema.
Doch welcher kluge Affiliate nimmt sich die Zeit, um kostenlos
schwarze Schafe der Affiliate-Szene aufzudecken – wenn er statt dessen seine wertvolle Zeit in seine Arbeit als Affiliate investieren könnte…? Schließlich wollen alle Affiliates Geld verdienen.
Ich selbst bin Affiliate und Merchant zugleich und kenne daher auch die Probleme der Affiliates nur zu gut.
In einer Blacklist-Plattform sehe ich jedoch keinen wirklichen Vorteil.
Die Gründe dafür sind meines Erachtes nach schnell gefunden:
Partnerprogramme leben von Affiliates.
Der kluge Merchant weiß, dass zu einer Partnerschaft immer zwei “Parteien” gehören. Nur wenn beide Parteien voneinander profitieren, ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich. Vertrauen spielt in einer Partnerschaft eine wichtige Rolle. Auch im Affiliate-Marketing.
Sicherlich könnten viele Merchants so manche Provisionen einbehalten.
Auf den ersten Blick sparen diese sich somit ein paar Euros ein.
Doch wenn der Affiliate nichts (oder nur wenig) bei dem Partner verdient, dann beendet er die Partnerschaft ohnehin automatisch oder sucht sich einen Mitbewerber, der ihn (finanziell) besser behandelt.
In diesem Falle spart sich der Merchant zu Beginn ein paar Euros, verliert durch den Verlust und die Unzufriedenheit seiner Partner jedoch Einnahmen in einer Höhe, die die einbehaltenen Provisionen niemals entschädigen. Und Unzufriedenheit in Partnerprogrammen spricht sich schnell herum.
Wer also bewusst seine Partner betrügt, der betrügt sich und sein Partnerprogramm letztendlich selbst. Aus diesen Gründen sind derartige Partnerprogramme über kurz oder lang ohnehin zum Scheitern verurteilt. Da hilft auch eine Blacklist nicht weiter.
Auch gibt es keine erfolgreichen Partnerprogramme ohne Mitbewerber.
Wer hier als Merchant langfristig sein Partnerprogramm an die Spitze bringen möchte, kann sich billige Tricks nicht leisten und hat auch kein Interesse daran. Nur wer sich positiv(!) von seinen Mitbewerbern abhebt, erreicht das gewünschte Ziel.
Dazu gehört nicht nur das Ausbezahlen der vollen Provisionen, sondern auch faire Vergütung (soll heissen: wer 10% Provision bezahlt, obwohl er 60% Gewinn macht, ist oftmals ein größerer Betrüger!). Von Service, Erreichbarkeit und zeitnaher Freischaltung ganz zu schweigen, wie Karsten in seiner Umfrage im August 2007 bereits bewiesen hat.
Was die Partnernetzwerke als Sponsoren angeht, so denke ich nicht, dass diese Interesse daran haben, Geld dafür zu bezahlen, zwielichte Partnerprogramme in deren Netzwerken aufzudecken.
Man stelle sich nur mal vor:
Ein Netzwerk wie affilinet bezahlt eine gewisse Summe als Sponsor für die Blacklist-Plattform, um am Ende stellt sich heraus, dass die meisten schwarzen Schafe in deren Netzwerk steckt. Igitt!
Weiterhin verdienen die Netzwerke ihre Brötchen auch mich betrügerischen Merchants – zwar weniger als mit seriösen Partnern, doch mehr als ohne sie. Und wer zahlt schon gerne einen Betrag dafür, dass er am Ende schlecht dasteht und weniger verdient als vorher. Ich kann mir vorstellen wenn Affiliate-Netzwerke schon als Sponsor auftreten möchten, dann nur um Betrügereien innerhalb von Inhouse-Projekten aufzudecken. Schließlich ist man als Anbieter eines Netzwerkes dem Schutz seiner Affiliates verpflichtet…
Doch wer wird aus welchen Gründen in eine Blacklist-Plattform aufgenommen und wo liegt die Grenze zwischen gut und böse? Oder vielleicht ist das Partnerprogramm gut, nur die betreuende Agentur versagt kläglich…
Wie auch bei den Programmbetreibern gibt es meiner Erfahrung nach viele unerfahrene Affiliates, die bereits in genügend Foren Partnerprogramme schlecht reden, die sie garnicht richtig kennen (sei es, weil sie abgelehnt wurden oder die Partnerschaft wegen ihrer Unerfahrenheit beendet wurde).
Eine Blacklist-Plattform aller Partnerprogramme hat für mich einen ähnlich üblen Beigeschmack wie der Verbraucherschutz für mündige Käufer (“Internetshops die Zahlung per Kreditkarte anbieten sind Betrüger!”).
Wenn schon eine Blacklist für Partnerprogramme, dann bitte aber auch eine Blacklist für unfähige Affiliates.
Doch natürlich macht keinen Sinn, wenn sich Merchants und Affiliates gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Daher meine Bitte an alle Affiliates, die das hier lesen:
1.
Nützt Eure Zeit besser sinnvoll und investiert diese in Eure Arbeit als Affiliate um damit Geld zu verdienen.
2.
Meidet Partnerschaften, bei denen Ihr von Anfang an ein ungutes Gefühl habt – kein Affiliate hat Erfolgt mit einem Programm, wenn er diesem bereits bei der Anmeldung misstrauisch gegenüber steht…
3.
Bleibt in Kontakt zu den Merchants und sprecht immer erst mit den Programmbetreibern über Eure Probleme, wenn ihr unzufrieden seid.
Nicht hinter jedem Merchant steckt ein Schwerverbrecher, der Euch um Euer wohl verdientes Geld bringen will.
Am 18. September 2007 um 16:09 Uhr
Ich halte das angesprochene Thema ebenfalls für sehr spannend. Als ich deine Überschrift gelesen habe, kam mir auch spontan affiliate-people.de in den Sinn. Weg von dem Gedanken jede Idee brauch eine Platform. Lieber die Platformen die da sind optimal nutzen und pushen!
Am 18. September 2007 um 20:34 Uhr
@Robert H
Es geht mir ausdrücklich NICHT um eine Blacklist! Es sollen einfach nur Testkäufe oder Eigenbestellungen, die jeder gelegentlich durchführt, öffentlich dokumentiert werden. Und zwar natürlich auch solche, die korrekt erfasst und verprovisioniert wurden.
Es gibt also keine “schwarze” oder auch “weiße” Liste. Erst mit einer gewissen Menge an dokumentierten Sales kann man sich dann ein Bild machen.
Damit ist ein größerer Teil deines Beitrages quasi hinfällig, auf die übrigen Argumente gehe ich mal im einzelnen ein:
>Doch welcher kluge Affiliate nimmt sich die Zeit, um kostenlos
schwarze Schafe der Affiliate-Szene aufzudecken
Jeder kluge Affiliate macht auch mal Testbestellungen oder bestellt mal was über seine eigenen Links. Er bräuchte es dann nur zu dokumentieren.
Das Argument, dass ein Partnerprogramm fair sein muss um zu überleben ist in der Theorie richtig. In der Praxis sieht es anders aus. Wenn 10 oder 20% der Provisionen “einbehalten” werden, werden das auch professionelle Affiliates idR nicht mitbekommen. Und 10 oder 20% sind auch selten ausschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen ein Partnerprogramm. Und das auch Partnerprogramme, die extrem viel stornieren oder “mangelhaftes” Tracking einsetzen dennoch häufig beworben werden, sieht man immer wieder.
Außerdem: wenn man auf einer Plattform mehrere Partnerprogramme bewirbt – z.B. auf Vergleichs-Seiten – nimmt man zwangsläufig auch die schlechteren mit rein. Schließlich möchte man seinen Besuchern ja einen möglichst umfangreichen Überblick bieten.
Zum Thema Netzwerke als Sponsoren: das ist durchaus ein zweischneidiges Schwert, da gebe ich dir recht. Wenn man aber davon ausgeht, dass es so oder so zustandekommt, wäre es für jedes Netzwerk PR-mäßig nur vernünftig, sich daran zu beteiligen.
Am 19. September 2007 um 11:28 Uhr
Sorry Markus, den Teil habe ich wohl missverstanden.
In diesem Falle ist die Idee eine interessante Anregung für ein bereits bestehendes Portal, z.B. affiliate-tests.de.
> Jeder kluge Affiliate macht auch mal Testbestellungen…
Das habe ich nicht bestritten – so soll es auch sein.
Fragt sich nur, welches Partnerprogramm auch Testbestellungen provisioniert
> Wenn 10 oder 20% der Provisionen “einbehalten” werden,
> werden das auch professionelle Affiliates idR nicht mitbekommen…
…und imho dadurch ebenfalls betrogen, ohne es zu wissen.
Die Anzahl der Stornos gibt keine Auskunft über die Qualität eines PPs. Viel entscheidender ist für mich, was am Ende herauskommt.
Vergleichs-Seiten haben keine andere Wahl, als schlechte PPs im Portal aufzunehmen. Was sollte sonst verglichen werden?
Gut für die Netzwerke wäre, sich gegenseitig zu kontrollieren.
Doch ich bin mir sicher, dass dies ohnehin bereits geschieht.
Am 20. September 2007 um 10:54 Uhr
Also ich teste auch meine erfolgreichen Programme immer wieder von Zeit zu Zeit.
Letztes WE hat Baur z.B. für mich 100% nicht getrackt und ich konnte es auch reproduzieren, sprich wiederholen!
Ich denke wirklich ein technisches Problem, aber noch imer keine Reaktion vom Merchant!
Und das ist kein Einzelfall, mindestens jeder 10. Programmtest geht bei mir aktuell in die Hose.
Am 1. März 2008 um 13:50 Uhr
ich bin neu in Deutschland, ich wohne hier seit 3 jahren, deswegen kenne ich den Deutschen Mrkt nicht
Ich habe gute Erfahrung mit US affiliates, die sind seriös, ich habe nice proble gehabt, ich habe auch viel kohle verdient.
vor zwei Wochen habe ich mich bei affili.net gemeldet, und wollde flirt fever und andre werben, ich habe auch das gefühl das flirt fever mich betrügt, ich bin entäuscht, ich habe auch beweise dafür.
Meine Freunde lachen mich aus, war erwarte ich von einer Firma die ihre eigene kunden betrügt .
Ich finde in Deutschland gibt es mehr Betrug als anderswo, Ihr müsst aufpassen von den neuen und kleinen firmen die viel Geld versprechen, im allgemein soche Firmen wollen nicht teilen.
Am 7. März 2008 um 17:29 Uhr
Ich kann dazu nur sagen, wen ich das Gefühl habe
Das wer nicht korrekt ist, Geschäftsverbindung
Beenden. So mache ich natürlich nicht nur im
Netz sondern auch im richtigem leben.
Wenn das jeder macht haben sich die schwarzen Schafe
von selbst eliminiert.
Oder arbeitet jemand in einer normalen Firma,
jammert dass ihn der Chef nicht Korrekt bezahlt
und Arbeitet weiter??????
So können Schwarze Schafe munter weitermachen.
Hahahah
Also nicht jammern sondern etwas tun .
Mit freundlichen Grüßen Holzi
Am 28. Mai 2008 um 21:35 Uhr
Hab dieses Blog in einer recht speziellen Google Suche zum Thema affili.net und Flirt Fever gefunden.
Ich sehe das genauso, daß bei einigen Netzwerken beschissen wird, was das Zeug hält. Affili.net versucht mir bei FlirtFever eine Conversion/Click Rate von 1% zu verkaufen. Komischerweise konvertiert mein Traffic auf Dating Programmen anderer Anbieter so 10-20%. Bei Maxdome waren sie so frei Null Leads auf 500 Clicks zu behaupten. Nicht ein einziges Programm bei affili.net lief auch nur ansatzweise. Die meisten sind nach 100 Clicks und 0 Leads wieder rausgeflogen.
Es gibt immer mal Programme die nicht laufen, aber wenn man über restlos alle Programme bei einem Anbieter sehr gute und bei einem anderen sehr schlechte Ergebnisse erzielt, dann wird das irgendwann unglaubwürdig.
Das Problem ist eben leider, daß es nicht beweisbar ist. Ich jedenfalls lasse jetzt die Finger von Affili.net und Flirt Fever. (Und Clickbooth, und und und.
Am 25. Juni 2008 um 12:02 Uhr
ich kenne programmierer die alles können und sehr gut sind – wenn ich die genauen voraussetzungen dafür weiß kann ich im wg. preis fragen..
bin auch affiliate und habe interesse daran – natürlich – wir kennen uns von der OMD und von Xing! lg bernhard