Die Cookie Lüge
Es geht um sessionabhängiges Cookie-Tracking - man könnte es auch cookiebasiertes Sessiontracking nennen. Ein Widerspruch in sich? Nein, das gibt´s tatsächlich - und garnicht mal so selten. Es führt dazu, dass Affiliates nur Provisionen bei Sales innerhalb der Session erhalten und so um nicht wenige Provisoinen gebracht werden - obwohl der Cookie eine Laufzeit von x Tagen hat.
So funktioniert´s
Die URL des Merchants wird über den Affiliate-Link mit einem bestimmten Parameter aufgerufen. Nur wenn das der Fall ist, wird am Ende des Bestellvorgangs auch der Trackingcode ausgegeben, der das Cookie ausliest und das Tracking auslöst. Die Folge: Wenn ein Besucher ein paar Tage (oder auch Minuten) später den Shop direkt über dessen URL aufruft, wird der Trackingcode am ende des Bestellvorgangs nicht ausgegeben und es gibt kein Tracking und folglich auch keine Provision für den Affiliate.
Wer setzt das ein und welchen Sinn hat das?
Eingesetzt wird dieses Tracking vor allem von Partnerprogrammen, die es in mehreren verschiedenen Netzwerken gibt. So wird immer nur der Trackingcode des entsprechenden Netzwerks ausgegeben. Dafür gibt es aus Sicht des Merchants vor allem zwei Gründe:
1. Der Merchant möchte bewusst nur Provisionen für Transaktionen innerhalb der Session bezahlen.
2. Man möchte seine Umsätze dem Netzwerk gegenüber nicht offenlegen. Wenn bei jeder Transaktion der Trackingcode des Netzwerk aufgerufen wird, hätte das Netzwerk theoretisch die Möglichkeit, die kompletten Umsätze des Merchants mitzutracken.
Nachteile und Probleme für den Affiliate
Der offensichtlichste Nachteil ist jener, dass eben nur Sales und Leads innerhalb der Session provisioniert werden. Und das obohl vom Netzwerk in der Regel eine Cookie-Laufzeit von x Tagen angegeben wird - was grundsätzlich ja nichtmal falsch ist. Der Netzwerk-Cookie hat ja schließlich auch die entsprechende Laufzeit. Nur bringt das in diesem Fall nichts, weil es eben außerhalb der Session dennoch nicht zum Tracking kommt.
Ein weitere Problem ergibt sich bei Deeplinks - und zwar vor allem bei jenen, die vom Affiliate selbst erstellt werden. Bei den meisten Netzwerken gibt es die Möglichkeit, mittels eines URL-Parameters am Ende der Affiliate-URL auf eine beliebige Seite weiterzuleiten. Bei der URL auf die weitergeleitet wird, wird in den allermeisten Fällen der Parameter, der zum Auslösen des Trackings erforderlich ist, fehlen. Weil sich die meisten Affiliates dieser Problematik wohl kaum bewusst sind. Doch selbst wenn das der Fall ist: Die Affiliate-Links laufen oft über 3 oder 4 Redirects. Da ist es in vielen Fällen ohne Hilfe des Merchants äußerst schwierig, manchmal auch praktisch unmöglich (und ich hab´s z.T. wirklich hartnäckig versucht) den richtigen Parameter herauszufinden und richtig zu übergeben.
Aber auch bei Deeplinks, die vom Merchant bzw. von der betreuenden Agentur selbst eingestellt werden, wird dieser Parameter auch gerne schon mal vergessen. Da im Normalfall auch nicht jeder einzelne Link vom Netzwerk getestet wird, sollte man bei Deeplinks, die man einsetzen möchte, vorher auf jeden Fall selbst testen, ob das Tracking auch ordnungsgemäß funktioniert.
Gibt es eine bessere Lösung für den Merchant?
Ja. Der Merchant kann bei Aufruf seiner Seite einen eigenen Cookie setzen, in dem gespeichert wird, über welches Netzwerk der Besucher gekommen ist. Kommt der Besucher später wieder, kann durch Auslesen dieses Cookies am Ende der passende Trackingcode ausgegeben werden und der Affiliate bekommt seine Provision.
Eine mögliche Lösung könnte auch das von adcatch so angepriesene Fingerprint-Tracking sein. Da bin ich mir aber grundsätzlich nicht ganz sicher, inwiefern man diesem Tracking vertrauen kann. Zu einem Test konnte ich mich bisher noch nicht durchringen. Wer Erfahrungen damit hat, möge Sie bitte in den Kommentaren mit mir teilen.
Was kann man als Affiliate dagegen tun?
Allzuviel wird man in den meistenFällen nicht tun können. Bei Partnerprogrammen die in mehreren Netzwerken laufen, kann ich nur empfehlen, sich vorab zu erkundigen oder selbst zu testen, ob außerhalb der Session auch ordnungemäß getrackt wird. Vor allem beim Einsatz von Deeplinks (welcher Art auch immer) sollte man auf einen Test nicht verzichten.
Gibt es tatsächlich kein Tracking außerhalb der Session sollte man auf jeden Fall nachfragen - Fragen kostet ja bekanntlich nichts. Von Vorteil kann es sich hier erweisen, wenn das Partnerprogramm von einer Agentur betreut wird. Denn auch die ist daran interessiert, möglichst viele Sales zu tracken - und auch bei Agenturen ist man sich dieser Problematik zumindest in vollem Umfang nicht immer bewusst (vor allem auf die Problematik, die dadurch bei Deeplinks entsteht). So hatte ich schon einmas den Fall, dass eine Agentur nach meiner Intervention den Merchant dazu bringen konnte, den Netzwerk-Parameter rauszunehmen und so auf vollwertiges Cookie-Tracking umzustellen.
Vor allem ist es aber wichtig, überhaupt erst einmal ein Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen, die einem Affilate schließlich um eine ganze Menge Geld bringen kann.
» los, sag mir deine Meinung!
|
Yigg this! |
del.icio.us |
Wong it!

Am 2. Mai 2007 um 22:17 Uhr
[…] die Transaktion nicht direkt nach dem Klick oder nach Klick auf einen Deeplink wird ev. sessionabhängiges Cookie-Tracking […]
Am 2. Juli 2007 um 21:50 Uhr
[…] einen der ersten Beiträge in diesem Blog hatte ich einen Artikel mit dem Titel Die Cookie Lüge verfasst. Aus aktuellem Anlass und weil den Blog zum damaligen Zeitpunkt noch niemand kannte, […]
Am 3. Juli 2007 um 14:11 Uhr
[…] auf 2 Blogeinträge von Markus hinweisen (wobei es jetzt kein spezielles affili.net-Problem ist): Die Cookie Lüge Die Cookie Lüge - […]
Am 3. Juli 2007 um 18:44 Uhr
[…] Kosten stark gesenkt werden, da Provisionen nur zum Teil ausgezahlt werden. Markus nennt in einem vorhergehenden Artikel einen weiteren Grund, der Merchants zu dieser Art des Tracking bewegen könnte. Sie wollen […]
Am 3. Juli 2007 um 20:26 Uhr
Hallo,
ein netter Artikel. Ich sehe diese ganze Cookie-Geschichte auch schon seit Jahren als fragwürdig an, obwohl die Merchants immer betonen es sei von Vorteil für die Affiliates…
Am 21. Juli 2007 um 12:07 Uhr
[…] ein Problem mit dem angebotenen Gutscheinsystem, ebenso erging es snapfish.de. Affiliate Life berichtete passend dazu über grundsätzlich Probleme beim sessionabhängingen Cookie […]
Am 22. Oktober 2007 um 17:32 Uhr
[…] Parameter in der URL aufgerufen wird. Das ganze hatte ich auch schon mal in Zusammenhang mit der Cookie-Lüge genauer […]
Am 15. Juli 2008 um 17:07 Uhr
Es gibt leider viele Webseiten die so mit den Cookies tricksen. Auf www.ACPromotion.de wird auf Wunsch der Einbau vorgenommen und dort werden eigene Cookies genutzt um den Affiliates auch die Vergütung zu geben, welche diese sich bei Erfolg Verdient haben.